Leuchtwerbung bei Tag und Nacht
Eine E-Ladestation ist ein gutes Beispiel dafür, wie Leuchtwerbung bei Tag und Nacht unterschiedlich wahrgenommen wird. Bei Tageslicht sieht man zuerst die eigentliche Anlage: Farben, Buchstaben und Materialien. Am Abend fällt die Beleuchtung wesentlich stärker auf. Der Schriftzug tritt dann nicht mehr nur durch seine Form und Farbe in Erscheinung, sondern muss sich auch gegen die übrigen Lichtquellen am Standort behaupten.
Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf die Anlage bei ausgeschalteter Beleuchtung. Dann zeigt sich, wie Farben, Materialien und die sichtbare Konstruktion an der Anlage wirken. Wird die Beleuchtung später eingeschaltet, verändert sich dieses Bild. Je nach Ausführung sieht man nun nicht nur den Schriftzug selbst, sondern auch die beleuchtete Fläche oder einen Lichtschein auf der Fassade.
Eine Werbeanlage hat zwei Erscheinungsbilder

Am Tag bestimmen vor allem die sichtbaren Materialien und die Gestaltung das Erscheinungsbild. Eine dunkle Oberfläche hebt sich beispielsweise deutlich von einer hellen Fassade ab. Bei ähnlichen Farbtönen fällt dieser Kontrast geringer aus. Auch die Form der Buchstaben oder des Logos ist bei ausgeschalteter Beleuchtung unmittelbar sichtbar.
Nachts hängt die Wirkung stark von der Ausführung ab. Bei einer direkt beleuchteten Ansichtsfläche steht die leuchtende Fläche im Vordergrund. Eine indirekte Beleuchtung macht dagegen zusätzlich den Lichtschein auf dem Untergrund sichtbar. Farbe und Struktur der Fassade beeinflussen, wie deutlich dieser Schein hervortritt.
Was sich bei Dunkelheit verändert
Mit eingeschalteter Beleuchtung treten andere Details in den Vordergrund als bei Tageslicht. Helle Flächen werden stärker wahrgenommen, der Farbeindruck kann sich verändern und die Kontrastwirkung zur Umgebung verschiebt sich. Bei einer indirekten Beleuchtung kommt die Fassade selbst ins Bild. Dann wird nicht nur die Werbeanlage gesehen, sondern auch der Lichtschein, den sie auf den Untergrund wirft.
Farbige Materialien bringen einen weiteren Punkt hinzu. Das Material bestimmt bei Tageslicht den Farbeindruck. Nach dem Einschalten wirkt zusätzlich die Lichtfarbe der LEDs auf die Oberfläche. Dadurch kann derselbe Farbton am Tag und in der Nacht unterschiedlich erscheinen.
Nicht möglichst hell, sondern passend zur Umgebung
Mehr Licht ist dabei nicht immer hilfreich. Wird eine Fläche sehr hell ausgeleuchtet, können feine Konturen verschwimmen. Gerade bei einer Beschriftung mit kleinen Details fällt das nachts schnell auf. Die Helligkeit sollte deshalb nicht unabhängig vom Standort betrachtet werden. Was an einer dunklen Straße gut sichtbar ist, kann an einem stark beleuchteten Standort bereits überstrahlt wirken.
Schmale Buchstaben und geringe Bautiefe erschweren die Ausleuchtung. Die LED-Module sitzen näher an der Ansichtsfläche. Dadurch können Lichtpunkte stärker hervortreten oder einzelne Stellen dunkler wirken.
Material, Farbe und Lichtfarbe
Das Material bestimmt bei Tageslicht wesentlich, wie eine Farbe wirkt. Mit eingeschalteter Beleuchtung kommt die Lichtfarbe der LEDs hinzu. Bei farbigem Acrylglas treffen diese beiden Faktoren direkt aufeinander.
Der Farbeindruck einer beleuchteten Fläche kann sich deshalb zwischen Tag und Nacht verändern. Das Material selbst bleibt gleich, doch das Licht verändert die Wahrnehmung der Oberfläche. Gerade bei farbigen Ansichtsflächen sollte dieser Unterschied bei der Auswahl von Material und Beleuchtung berücksichtigt werden.
Eine indirekte Beleuchtung bezieht auch die Fassade in die Lichtwirkung ein. Wie deutlich der Lichtschein zu sehen ist, hängt von Farbe und Oberfläche des Untergrunds ab. Eine helle Fassade lässt ihn stärker hervortreten als eine dunkle. Auch die Struktur der Oberfläche kann dabei eine Rolle spielen.
Praxisbeispiel: Dieselbe Werbeanlage bei Tag und Nacht
An einer E-Ladestation lässt sich der Unterschied gut beobachten. Die folgenden Aufnahmen zeigen dieselbe Werbeanlage einmal bei Tageslicht und einmal mit eingeschalteter Beleuchtung. Am Tag sind Farben und einzelne Elemente klar zu erkennen. Die Beleuchtung steht dabei nicht im Vordergrund.


Mit eingeschalteter Beleuchtung treten die Buchstaben und farbigen Flächen deutlich stärker hervor. Einige Einzelheiten, die tagsüber gut zu sehen sind, fallen abends dagegen kaum noch auf. Das lässt sich an der gezeigten Ladestation gut nachvollziehen.
Tagsüber bestimmen vor allem Farben und sichtbare Flächen das Bild. Sobald die Beleuchtung eingeschaltet ist, kommen die hellen Buchstaben und Flächen hinzu. Aus einiger Entfernung treten dadurch zunächst die beleuchteten Teile der Anlage stärker hervor; nähere Details werden erst beim Heranfahren sichtbar.
Auch die Entfernung spielt an einer Ladestation eine Rolle. Die Anlage wird nicht erst dann gesehen, wenn das Fahrzeug bereits auf dem Gelände steht. Sie muss schon während der Zufahrt erkennbar sein. Deshalb sollte bei der Beurteilung nicht nur die Ansicht aus kurzer Entfernung herangezogen werden. Entscheidend ist auch, wie die Anlage von der Straße aus und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen erscheint.
Umgebung beeinflusst die Lichtwirkung
Nachts verändert sich auch die Wirkung von Leuchtwerbung zusammen mit ihrer Umgebung. Eine Straßenlaterne direkt daneben, ein hell erleuchtetes Gebäude oder eine weitere Werbeanlage können den Eindruck deutlich verändern. Besonders bei indirekter Beleuchtung fällt das auf, weil dann auch die Fassade zum sichtbaren Teil der Anlage wird.
Ein heller Untergrund macht einen Lichtschein in der Regel deutlicher sichtbar. Auf einer dunklen Fassade fällt er weniger stark auf. Bei der Planung einer solchen Anlage sollte deshalb nicht nur der Schriftzug betrachtet werden, sondern auch die Fläche dahinter.
Schilderbeleuchtung richtig einsetzen
Bei einem beleuchteten Schild sollte das Licht möglichst gleichmäßig bis in die Randbereiche der Ansichtsfläche verteilt werden. Dafür müssen Anzahl, Position und Abstände der Lichtquellen auf Größe, Bautiefe und Form der Ansichtsfläche abgestimmt werden. Bei größerer Bautiefe kann die Lichtquelle mit größerem Abstand zur Ansichtsfläche angeordnet werden als bei einem flachen Schild. Sitzen die LEDs sehr nahe an der Ansichtsfläche, können einzelne Lichtpunkte sichtbar werden.

Betrachtungsabstand und Blickrichtung
Ein Schriftzug wirkt aus zehn Metern anders als aus fünfzig. An einer Straße sieht man eine Werbeanlage außerdem oft nur für wenige Sekunden. Aus größerer Entfernung fällt zunächst die Form der Anlage auf. Erst beim Näherkommen lassen sich Buchstaben, Logo und kleinere Details unterscheiden. Je nach Fahrtrichtung wird die Beschriftung dabei nicht frontal, sondern schräg oder seitlich gesehen.
Auch die Zufahrt verändert den Blickwinkel. Wer auf die Anlage zufährt, sieht sie nicht immer gerade von vorne. Je nach Zufahrt kommt der Schriftzug zunächst aus einem seitlichen Winkel ins Blickfeld und wird erst später frontal sichtbar. Auch dafür muss die Größe der Beschriftung passen.
Was bei der Planung häufig übersehen wird
Auch der Untergrund darf nicht erst bei der Montage zum Thema werden. Eine Befestigung auf Beton stellt andere Anforderungen als auf Mauerwerk, Metall, Glas oder einer gedämmten Fassade. Bei größeren Anlagen kommen zusätzlich Eigengewicht und Windbelastung hinzu.
Netzteile und andere technische Komponenten sollten für spätere Wartungsarbeiten zugänglich bleiben.
Fazit
Am Ende muss die Anlage an ihrem tatsächlichen Standort funktionieren: bei Tageslicht ebenso wie bei eingeschalteter Beleuchtung, aus der Nähe ebenso wie von der Zufahrt aus. Auch Lichtverteilung, Umgebung, Betrachtungsabstand und Blickrichtung beeinflussen, wie die Beschriftung wahrgenommen wird.





