Leuchtkästen: Wenn die Werbefläche selbst zum Licht wird
Ein Leuchtkasten fällt nicht erst auf, wenn die Beleuchtung eingeschaltet ist. Bei Tageslicht bestimmen zunächst Form, Farbe, Beschriftung und Material, wie die Werbefläche am Gebäude wirkt. Nach Einbruch der Dunkelheit verändert sich dieser Eindruck jedoch grundlegend: Die Fläche, auf der Logo, Schriftzug oder Grafik dargestellt sind, wird selbst zur Lichtquelle.
Genau dieses Prinzip unterscheidet den Leuchtkasten von einem klassischen, unbeleuchteten Werbeschild. Die Beleuchtung befindet sich hinter einer lichtdurchlässigen Ansichtsfläche und macht die gesamte Fläche sichtbar. Je nach Gestaltung können darauf beispielsweise ein Firmenlogo, ein Schriftzug, Produktinformationen oder grafische Elemente dargestellt werden. Die Werbebotschaft bleibt dadurch auch bei Dunkelheit als zusammenhängende Fläche erkennbar.
Aufbau und Materialien

Beim Leuchtkasten übernimmt die Front gleich mehrere Aufgaben. Sie trägt die eigentliche Gestaltung und muss gleichzeitig das Licht aus dem Inneren gleichmäßig nach außen bringen. Für den Korpus werden je nach Ausführung Aluminium, Aluminiumverbund oder Edelstahl verwendet. Die Front kann aus Acrylglas bestehen und beispielsweise mit Folie oder Digitaldruck gestaltet werden. Was davon zum Einsatz kommt, hängt unter anderem von der gewünschten Ausführung und der späteren Lichtwirkung ab.
Wie die Beleuchtung gleichmäßig wirkt
Die Beleuchtung sitzt hinter der Ansichtsfläche. Wie gleichmäßig das Licht dort verteilt wird, hängt von der Konstruktion, der Bautiefe und der Ansichtsfläche ab.
Das zeigt sich besonders bei großen Flächen oder flachen Bauformen. Sitzen die Lichtquellen zu nahe an der Ansichtsfläche, können einzelne Lichtpunkte sichtbar werden. Bei einer ungünstigen Anordnung entstehen dagegen hellere und dunklere Bereiche. Die Beleuchtung ist deshalb kein Bauteil, das unabhängig von der Konstruktion ausgewählt werden kann. Sie muss von Anfang an gemeinsam mit Gehäuse, Bautiefe und Ansichtsfläche geplant werden.
Damit wird deutlich, warum ein Leuchtkasten auf den ersten Blick einfacher wirken kann, als er tatsächlich ist. Entscheidend ist nicht allein, was auf seiner Vorderseite zu sehen ist. Erst das Zusammenspiel von Konstruktion, Material und Beleuchtung bestimmt, wie die Werbefläche am Ende bei Tag und bei Dunkelheit wahrgenommen wird.
Warum gleichmäßiges Licht eine Frage der Konstruktion ist

Bei einem Leuchtkasten soll die Front möglichst gleichmäßig leuchten. Dass das später tatsächlich so aussieht, entscheidet sich allerdings nicht erst beim Einschalten der Anlage. Die Voraussetzungen dafür werden bereits im Inneren geschaffen.
LED-Anordnung und Bautiefe
Die LED-Module sitzen hinter der Ansichtsfläche und müssen so verteilt werden, dass ihr Licht die gesamte Fläche erreicht. Dafür braucht es ausreichend Abstand zwischen Lichtquelle und Front. Ist die Bautiefe zu gering, können einzelne LEDs als helle Punkte sichtbar werden. Bei einer ungünstigen Anordnung entstehen stattdessen Bereiche, die heller oder dunkler erscheinen. Auf großen, einfarbigen Ansichtsflächen fällt das sofort auf.
Wie viel Platz dafür benötigt wird, lässt sich nicht pauschal festlegen. Die Größe des Leuchtkastens, die Ansichtsfläche und die verwendete LED-Technik spielen dabei zusammen. Auch die Lichtdurchlässigkeit des Frontmaterials beeinflusst, wie die Beleuchtung später sichtbar wird. Die Konstruktion muss deshalb so ausgelegt sein, dass die vorhandene Technik mit der jeweiligen Fläche funktioniert.
Was bei flachen Leuchtkästen anders ist
Gerade bei flachen Leuchtkästen wird dieser Punkt interessant. Weniger Bautiefe bedeutet zwar eine schlankere Konstruktion, gleichzeitig steht den LEDs aber weniger Raum zur Verfügung, um ihr Licht zu verteilen. Die verwendete Technik muss deshalb zur vorhandenen Tiefe passen. Eine Lösung, die bei einem tieferen Gehäuse problemlos funktioniert, lässt sich nicht einfach auf jede flache Ausführung übertragen.
Bei älteren Leuchtkästen kamen Leuchtstofflampen zum Einsatz. LED-Module brauchen deutlich weniger Platz und lassen sich deshalb auch in flacheren Gehäusen unterbringen. Weniger Bautiefe bedeutet allerdings auch weniger Abstand zwischen Lichtquelle und Front. Genau dieser Abstand ist für die Lichtverteilung wichtig.
Runde und freie Formen stellen andere Anforderungen

Bei einem rechteckigen Kasten sind die Platzverhältnisse relativ gleichmäßig. Bei einer runden oder ovalen Form ändern sie sich mit der Kontur. Noch deutlicher wird das bei frei gestalteten Formen. Die LED-Module müssen dort so verteilt werden, dass auch die Randbereiche ausreichend Licht bekommen. Eine Anordnung, die bei einem rechteckigen Leuchtkasten funktioniert, lässt sich daher nicht einfach auf jede andere Form übertragen.
Eine gleichmäßige Ausleuchtung lässt sich daher nicht auf eine einzelne Komponente reduzieren. Bautiefe, LED-Anordnung, Ansichtsfläche und Gehäuse müssen zueinander passen. Erst wenn diese Punkte gemeinsam geplant werden, kann die beleuchtete Fläche später so wirken, wie es bei der Planung vorgesehen war.
Vom klassischen Kasten bis zur freien Form
Einseitig oder doppelseitig?

Ein Leuchtkasten an einer Fassade wird meist von einer anderen Stelle aus betrachtet als eine Anlage, die über einem Zufahrtsweg hängt oder frei vor einem Gebäude steht. Bei der Fassadenmontage reicht deshalb häufig eine einseitige Ausführung. Bei einem Ausleger kann die Werbefläche dagegen von beiden Seiten sichtbar sein. Für solche Situationen kommen doppelseitige Leuchtkästen infrage.
Betrachtungsabstand und Lesbarkeit
Auch die Entfernung zum Leuchtkasten verändert die Anforderungen. Über einem Eingang wird ein Firmenname oft aus wenigen Metern gesehen. An einer Gewerbehalle oder an einem Standort entlang einer Straße muss die Beschriftung möglicherweise schon aus deutlich größerer Entfernung lesbar sein. Ein Leuchtkasten muss dafür nicht einfach nur größer werden. Schriftgröße, Logo und die Menge der dargestellten Informationen müssen ebenfalls zur jeweiligen Entfernung passen.
Gerade bei Standorten mit vorbeifahrendem Verkehr kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: Der Betrachter hat nur einen kurzen Moment, um die Werbefläche zu erfassen. Was an einem Eingangsbereich problemlos gelesen werden kann, funktioniert aus einem fahrenden Fahrzeug nicht unbedingt genauso. Die Gestaltung sollte deshalb darauf ausgelegt sein, dass die wichtigste Information auch bei einem kurzen Blick verständlich bleibt.
Die Befestigung muss zum Standort passen
Bei einem einseitigen Leuchtkasten richtet sich die Ansichtsfläche auf den vorgesehenen Blickbereich. Bei einer doppelseitigen Ausführung muss die Konstruktion dagegen von beiden Seiten funktionieren. Das kann beispielsweise bei Auslegern oder freistehenden Anlagen relevant sein, wenn sich Besucher dem Standort aus unterschiedlichen Richtungen nähern.
Auch die Art der Befestigung sollte früh feststehen. Ein Leuchtkasten direkt an der Fassade wird anders montiert als eine Anlage auf einem Ausleger oder eine freistehende Konstruktion. Der vorhandene Untergrund, die Befestigungspunkte und die genaue Position müssen dabei berücksichtigt werden. Gerade bei bestehenden Gebäuden lässt sich nicht jeder gewünschte Montagepunkt ohne Weiteres umsetzen.
In der Praxis sollte deshalb zuerst geklärt werden, wo der Leuchtkasten gesehen wird und wie er dort befestigt werden kann. Erst daraus ergibt sich, welche Größe, Form und Ausführung für den jeweiligen Standort sinnvoll ist.
Was vor der Montage geklärt sein sollte

Bevor ein Leuchtkasten gefertigt wird, muss feststehen, wo er am Gebäude seinen Platz bekommt. Gerade bei bestehenden Fassaden ist das nicht immer so einfach, wie es auf einer Zeichnung aussieht. Der vorhandene Untergrund, mögliche Befestigungspunkte und die genaue Position geben vor, was sich tatsächlich umsetzen lässt.
Montage und Untergrund
Ein Leuchtkasten wird je nach Größe und Ausführung unterschiedlich befestigt. Beton, Mauerwerk oder eine Metallfassade stellen dabei jeweils andere Anforderungen. Bei einem Ausleger oder einer freistehenden Konstruktion kommen zusätzliche Befestigungs- und Konstruktionsfragen hinzu. Deshalb sollte der Montageort bereits vor der Fertigung genau geprüft werden.
Stromversorgung und technische Komponenten
Dasselbe gilt für die Stromversorgung. Die LED-Beleuchtung braucht einen Anschluss, Leitungen müssen zum Leuchtkasten geführt und technische Komponenten sinnvoll untergebracht werden. Bei einer bestehenden Fassade lässt sich das nicht immer beliebig lösen. Wenn Leitungswege und Anschlüsse erst bei der Montage festgelegt werden, kann das unnötige Zusatzarbeiten verursachen.
Wartung und behördliche Anforderungen früh mitdenken

Auch an die spätere Wartung sollte man zu diesem Zeitpunkt denken. LED-Technik ist langlebig, trotzdem können irgendwann Netzteile, Anschlüsse oder andere Komponenten überprüft oder ausgetauscht werden. Sind diese Stellen später nur schwer erreichbar, wird selbst eine einfache Wartungsarbeit aufwendig. Ein sinnvoller Zugang zu den technischen Bereichen gehört deshalb bereits in die Konstruktion.
Bei Außenanlagen können zusätzlich behördliche Vorgaben zu beachten sein. Ob eine Einreichung erforderlich ist, hängt vom Standort und von der konkreten Ausführung ab. Dieser Punkt sollte deshalb möglichst früh geklärt werden. Wenn sich erst nach der Fertigung herausstellt, dass eine Anpassung notwendig ist, lässt sie sich wesentlich schwieriger umsetzen als in der Planungsphase.
Ein Leuchtkasten wird also nicht erst bei der Montage an die tatsächlichen Bedingungen angepasst. Viele dieser Bedingungen müssen bereits vorher bekannt sein. Wo die Anlage befestigt wird, wie die Stromversorgung gelöst wird und ob die technischen Komponenten später erreichbar bleiben, gehört zur Planung genauso dazu wie die sichtbare Gestaltung.
Wo bei der Planung die häufigsten Fehler entstehen

Was sich erst nach der Montage zeigt
Manche Probleme zeigen sich erst, wenn der Leuchtkasten bereits am Gebäude hängt. Dann ist schnell zu erkennen, ob die Größe zur Entfernung passt, ob die Front gleichmäßig ausgeleuchtet wird und ob die technischen Komponenten später überhaupt gut erreichbar sind. Viele dieser Punkte lassen sich vor der Fertigung klären.
Visualisierung und Realität
Eine Visualisierung zeigt zunächst nur, wie die Anlage gedacht ist. Am fertigen Leuchtkasten können jedoch Proportionen, Abstände oder Befestigungspunkte anders wirken als erwartet. Gerade bei Außenanlagen können kleine Abweichungen am Gebäude später stärker auffallen als auf einer Darstellung. Der tatsächliche Untergrund, vorhandene Vorsprünge oder die Position von Befestigungspunkten können Einfluss darauf haben, wie die fertige Anlage ausgeführt wird.
Technische Erreichbarkeit mitplanen
Auch die Technik im Inneren sollte man nicht erst dann berücksichtigen, wenn etwas nicht mehr funktioniert. Netzteile und Anschlüsse müssen nach der Montage zwar nicht ständig erreichbar sein, bei einer Reparatur aber schon. Wenn dafür zuerst Teile der Anlage demontiert werden müssen, wird aus einem kleinen Eingriff schnell ein unnötiger Aufwand. Ein sinnvoller Zugang lässt sich während der Konstruktion wesentlich einfacher vorsehen.
Leuchtkästen ganzheitlich planen
Bei der Planung eines Leuchtkastens hängen deshalb mehrere Dinge zusammen. Die Größe muss zur Entfernung passen, die Beleuchtung zur Bautiefe, die Konstruktion zur Fassade und die technische Ausführung zur späteren Wartung. Wenn diese Punkte vor der Fertigung geklärt sind, muss auf der Baustelle deutlich weniger improvisiert werden.
Auch die sichtbare Gestaltung sollte nicht isoliert betrachtet werden. Ein Leuchtkasten steht tagsüber als Werbefläche am Gebäude und wird nachts zusätzlich durch seine Beleuchtung geprägt. Material, Farbe und Beschriftung müssen deshalb in beiden Situationen funktionieren. Eine Gestaltung, die nur bei eingeschalteter Beleuchtung betrachtet wird, greift bei einer dauerhaft montierten Außenwerbeanlage zu kurz.
Leuchtkästen sind dabei nur eine von mehreren Formen der Außenwerbung. Einen breiteren Überblick über Bauformen, Planung und Standortwahl gibt unser Ratgeber Leuchtreklame.






