BLOG: Kanteneinstrahlung

Um einen Leuchtkasten zu beleuchten, gibt es zwei Möglichkeiten: Hinterleuchtung und Kanteneinstrahlung. Die von KLW häufig dabei zum Einsatz gebrachte Streuscheibe, ist eine Sonderform der Hinterleuchtung, welche beim superflachen Leuchtschild zum Einsatz kommt.
Dieser Blog geht der Frage nach, wann und für welche Anwendungen Kanteneinstrahlung zum Einsatz kommt und was es dabei zu beachten gilt.
Ein sehr umfangreiches Thema, bei dem viel falsch gemacht werden kann und unsere Erfahrung um so mehr zählt.

Leuchtkasten Hinterleuchtung
Foto Hinterleuchtung

Dagegen werden bei einer Kanteneinstrahlung ( siehe Foto untenstehend ) die LED-Module auf der umgebenden Zarge des Leuchtkastens installiert. Dabei lenken die Module mit speziell entwickelten Sekundäroptiken den Lichtstrahl in den Leuchtkasten hinein und zur gegenüberliegenden Seite, wobei sie das Transparent des Leuchtkastens über die parallele Rückwand und die gegenüberliegende Kante sowohl direkt als auch indirekt mittels Reflexion ausleuchten. Bei der Seiteneinstrahlung kann es deshalb vorkommen, dass der Leuchtkasten in der Mitte etwas dunkler ausgeleuchtet ist als an den Kanten.

Kantenstrahler

Die Linse macht den Unterschied

Sowohl bei der Hinterleuchtung als auch bei der Kanteneinstrahlung gilt jedoch: Je mehr LEDs gleichmäßig verteilt sind – entweder auf der Rückwand bei der Hinterleuchtung oder entlang der Kanten bei der Seiteneinstrahlung – desto gleichmäßiger ist auch die Lichtverteilung.
Die Linse ist dabei der wesentliche Unterschied zwischen LEDs zur Kanteneinstrahlung und LEDs zur Hinterleuchtung.
Während der Winkel beim Kantenstrahler für die Breite im Kasten sehr groß sein muss, ist der Winkel zum Kastenboden und zur Kastenfront sehr schmal. Kantenstrahler müssen mit sogenannten Hochleistungs-LEDs ausgestattet sein, weil damit viel Licht auf einer großen Fläche über die Linse verteilt wird. Wesentliches Bauteil ist die Linse und deren Abstrahlcharakteristik. Diese bestimmt die Lichtlenkung.

Bei LED-Modulen für die Hinterleuchtung tritt das Licht ebenfalls über eine Linse aus. Allerdings wird das Licht hier möglichst breit nach oben hin abgestrahlt, sodass sich die Lichtkegel der Module idealerweise überschneiden. Dadurch ist eine Homogenität gegeben.

LED groß
Hinterleuchtung groß

Auf die Größe kommt es an

Für doppelseitige Leuchtkästen oder kleine bis mittelgroße Leuchtkästen für Werbezwecke mit geringen beziehungsweise mittleren Anforderungen an die Leuchtdichte empfiehlt sich die Kanteneinstrahlung.

Doch die Installation der LED-Module an den Kanten birgt in gewisser Hinsicht auch einen ästhetischen Nachteil.
Ein technisch sinnvoller Lichtaustritt erfordert eine gewisse Höhe, sodass das Design sorgfältig geprüft werden muss. Denn die Gleichmäßigkeit der Lichtverteilung und Intensität des Lichtes kann abhängig von der jeweiligen Position im Leuchtkasten unterschiedlich sein. Daher muss der Leuchtkastenrahmen entsprechend dicker sein, um die Höhe der LED-Module zu kompensieren

Welche Kanten sollen leuchten?

Das Ausleuchten des Leuchtkastens kann von einer oder von zwei gegenüberliegenden Seiten des Leuchtkastens erfolgen.
Bei der Entscheidung, von wie vielen Seiten die Einstrahlung erfolgen soll, ist vor allem die Größe des Leuchtkastens entscheidend. Bei einem größeren Leuchtkasten sollten die beiden gegenüberliegenden (im Idealfall die Längeren) Kanten beleuchtet werden, um ein gleichmäßiges Ausleuchten sicherzustellen. Ein zweiter Einflussfaktor ist der Anspruch an die Homogenität und Helligkeit der Ausleuchtung.

Dieser Faktor ist häufig mit den Anforderungen gekoppelt, die aus der Farbgebung des Motivs resultieren:
Je lebhafter und farbiger das Motiv ist, desto eher verzeiht es leichte Helligkeitsunterschiede innerhalb des Kastens.

Je höher folglich die erforderliche Leuchtdichte sein soll, desto mehr LED-Module müssen installiert werden und somit müssen auch entsprechend mehr Kanten beleuchtet werden.

Hinterleuchtung ohne Werbefläche
Hinteleuchtung mit Werbefläche

Wie sieht die Stromversorgung unserer LED-Module nun aus ?

aufgrund jahrelanger Erfahrung und unserem Anspruch auf kompromisslose Qualität wie etwa Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit setzten wir schon seit Langem
auf Netzteile von Meanwell.

Last but not least - die reflektierende Rückwand

Auch die Rückwand im Leuchtkasten spielt eine wichtige Rolle bei der Ausleuchtung mit Kantenstrahlern, da ein großer Teil des abgestrahlten Lichtes als Streulicht durch die Rückwand nach vorn reflektiert werden muss. Mit einer das Licht reflektierenden Rückwand verteilt sich das Licht gleichmäßiger, weil dann
das auf die Rückwand treffende Licht als Streulicht zusätzlich zur Ausleuchtung beiträgt.

Der Hintergrund sollte daher matt weiß sein. Hierbei ist es egal, ob Aluminiumverbund oder Aluminium weiß lackiert oder mit einer Folie beklebt wird. Durch die weiße Rückwand wird das Licht mehrfach reflektiert.

Neben der Rückwand sollten die Zargen des Leuchtkastens ebenfalls über gute Reflexionseigenschaften verfügen und daher matt weiß lackiert sein.

Genauso wichtig für eine optimale Ausleuchtung bei der Kanteneinstrahlung ist zudem eine ebene Fläche. Es sollten keine Befestigungswinkel oder Abstandhalter im Weg stehen. Unabhängig davon, ob es sich um eine einseitige oder zweiseitige Anlage handelt, sollte das Innere des Rahmens somit möglichst wenig hervorspringen, um Schattenbildungen am Rand der Anlage zu vermeiden